Köln +49(0)221 94336530

Strafverfahren: Die Rechte und Pflichten des Beschuldigten

Strafverfahren: Die Rechte und Pflichten des Beschuldigten

Wird jemand einer Straftat beschuldigt, gelten für diese Person besondere Rechte und Pflichten. Wir stellen das Wichtigste für Sie dar.

Wann wird eine Person zum Beschuldigten?

Leitet eine Strafverfolgungsbehörde – sprich die Polizei oder die Staatsanwaltschaft – Ermittlungen gegen eine Person ein, so wird diese zum Beschuldigten.

Eine erste Ermittlungsmaßnahme kann beispielsweise eine Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter sein. Entscheidend ist, dass eine Person konkret verdächtigt wird, eine strafbare Handlung begangen zu haben und daher Ermittlungsmaßnahmen vorgenommen werden.

Der Betroffene muss jedoch nicht darüber informiert werden, dass er Beschuldigter in einem Strafverfahren ist. Es kann zum Beispiel auch vorkommen, dass sich der anfängliche Tatverdacht im Nachhinein als unbegründet erweist. In diesem Fall sieht die Staatsanwaltschaft von weiteren Ermittlungen ab, ohne dass der Beschuldigte diesbezüglich unterrichtet wird.

Welche Rechte stehen dem Beschuldigten zu?

Dem Beschuldigten stehen im Ermittlungsverfahren zahlreiche Rechte zu – insbesondere das Recht, sich gegen die Tatvorwürfe zu wehren. Dies wird sogar durch das Grundgesetz garantiert.

Der Beschuldigte kann sich jedoch nur dann erfolgreich verteidigen, wenn ihm die Verdachtsgründe bekannt sind. Daher ist es von großer Bedeutung, dass er über alle Umstände, die ihn belasten, aufgeklärt und dazu angehört wird. Ihm muss die Gelegenheit gegeben werden, auf das Strafverfahren Einfluss zu nehmen – man spricht vom "Anspruch auf rechtliches Gehör".

Nur wenn ihm die Möglichkeit eingeräumt wurde, sich zum Tatverdacht zu äußern, dürfen die Umstände auch weiterhin gegen ihn verwendet werden.

Von entscheidender Bedeutung ist außerdem das Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Der Beschuldigte ist nicht dazu verpflichtet, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Ihm steht die Möglichkeit zu, von seinem umfassenden Schweigerecht Gebrauch zu machen und eine Aussage zu verweigern. Schließlich soll niemand gezwungen werden, sich selbst zu belasten.

Allerdings kann der Beschuldigte nur dann Gebrauch von seinen Rechten machen, wenn sie ihm auch bekannt sind. Daher muss er zwingend im Vorfeld über sein Recht auf Aussagefreiheit belehrt werden. Geschieht dies nicht, kann das dazu führen, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht mehr verwertet werden dürfen.

Letztlich sind den Strafverfolgungsbehörden bei der Vernehmung des Beschuldigten Grenzen gesetzt. Sie dürfen nicht auf unzulässige Methoden zurückgreifen um eine (wahrheitsgemäße) Aussage vom Beschuldigten zu erlangen. Misshandlung, Quälerei oder Hypnose sind daher verboten. Werden diese Verbote unterlaufen, darf die Aussage ebenfalls nicht verwertet werden.

Anwälte für Strafrecht im Strafprozess

Natürlich darf der Beschuldigte in einer solch schwierigen Situation auch rechtliche Unterstützung einholen. Ihm ist es erlaubt, bis zu drei Verteidiger, bspw. unsere Anwälte für Strafrecht aus Köln, einzuschalten. Sollte er später in der Hauptverhandlung freigesprochen werden, kann er beantragen, dass die Kosten in Höhe einer angemessenen Verteidigung erstattet werden.

Welche Pflichten hat der Beschuldigte?

Dem Beschuldigten stehen nicht nur Rechte zu, sondern ihm obliegen auch gewisse Pflichten.

Wird der Beschuldigte zur Hauptverhandlung vorgeladen, ist er dazu verpflichtet, dort zu erscheinen. Er muss in diesem Falle bloß anwesend sein – er ist nicht dazu gezwungen, eine Aussage zu tätigen.

Entschließt er sich freiwillig dazu, Angaben zu den Tatvorwürfen zu machen, müssen diese der Wahrheit entsprechen. Er darf keine andere Person zu Unrecht einer Straftat bezichtigen. Andernfalls kann er sich wegen falscher Verdächtigung oder Vortäuschens einer Straftat strafbar machen.

Benötigen auch Sie rechtlichen Beistand in einem Strafprozess? Unsere erfahrenen Strafverteidiger stehen Ihnen gerne zur Seite. Sie kennen Ihre Rechte und werden sich für deren Durchsetzung stark machen.

Unser Service für Sie:

  • Beratung bei Fachanwalt
  • Persönliche Betreuung
  • Rückruf innerhalb 24 Stunden
  • Schnelle Terminvergabe
  • Kostenvoranschlag
  • Faire Kostenstruktur

Kanzlei in Köln

Mo.-Fr. 9-13 & 14:00-17:30
+49 (0) 221 94 336 530
+49 (0) 221 94 336 531
info@bs-legal.de

Kanzlei in Düsseldorf

Mo.-Fr. 9-13 & 14:00-17:30
+49 (0) 211 30 132 419
+49 (0) 211 30 132 200
info@bs-legal.de

Aktuelle Urteile

Anklageschrift

Aussageverweigerungsrecht

Bei Fahren ohne Fahrerlaubnis kann auch das Kraftfahrzeug eingezogen werden

Betätigung eines ausgeschalteten Handys stellt eine Ordnungswidrigkeit dar

Betäubungsmittel-Besitz: Rechtliche Konsequenzen

Betäubungsmitteldelikte: Ein Überblick

Betäubungsmittelstrafrecht | Anwalt für Strafrecht Köln

Der EU-Ausländer in Untersuchungshaft

Die Körperverletzung – Was Sie dazu wissen müssen

Diebstahl mit Pfefferspray: Haftstrafe oder Geldstafe?

Durchsuchung

Einstellung des Strafverfahrens

Einstellung wegen Geringfügigkeit

Ermittlungsverfahren

Freiheitsstrafe ohne Bewährung: Strafschärfung wegen Angriffs gegen Mitarbeiter einer Hilfsorganisation

Garantenpflicht zur Hilfeleistung trotz zerrütteter Familienverhältnisse

Grundsätze im Strafverfahren

Handel mit Cannabis – auch bei Zertifizierung oder geringem Wirkstoffgehalt nur zu gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken zulässig

Hauptverhandlung

Keine falsche Verdächtigung einer nicht existenten Person

Pflichtverteidiger im Strafverfahren – Ihr Anwalt für Strafrecht aus Köln klärt auf

Polizei

Raub & Diebstahl | Ihr Anwalt für Strafrecht Köln

Rechte des Beschuldigten im Strafverfahren

Rechte des Beschuldigten in Untersuchungshaft

Rechtsmittelverfahren

Schweigerecht: Kann auch außerhalb der Vernehmung bestehen

Strafbefehl

Strafverfahren: Die Rechte und Pflichten des Beschuldigten

Tötungsdelikte – das Wichtigste zusammengefasst

Untersuchungshaft

Verdeckte Ermittler

Verkehrsunfall: Knapp drei Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung

Was ist ein Betrugsdelikt? | Strafmaß & Arten des Betrugs | Strafanwalt Köln

Zeugnisverweigerungsrecht

Zwischenverfahren