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Mittäterschaft bei fehlender oder schwach ausgeprägter Tatherrschaft (BGH Beschl. 06.08.2019 – 3 StR 189/19)

Mittäterschaft bei fehlender oder schwach ausgeprägter Tatherrschaft (BGH Beschl. 06.08.2019 - 3 StR 189/19)

Leitsätze

  1. Zwingende Voraussetzung der (Mit-)Täterschaft unter dem Blickwinkel der Tatherrschaft ist nicht, dass der Täter durch seinen Beitrag Einfluss auf die Tatausführung nehmen kann. Es handelt sich bei der Tatherrschaft lediglich um eines der Kriterien, welche bei der wertenden Gesamtbetrachtung in den Blick zu nehmen sind. Deshalb scheidet nicht immer dann, wenn dieses schwach oder gar nicht ausgeprägt ist, Mittäterschaft aus; vielmehr können Defizite in diesem Bereich - wie es im Wesen einer Gesamtbetrachtung liegt - ausgeglichen werden, wenn andere der in die Prüfung einzustellenden Kriterien stärker ausgeprägt sind.
  2. Mittäter eines (hier nach § 251 StGB qualifizierten) Raubes kann demnach auch sein, wer an der Tatplanung sowie an der Anwerbung weiterer Mittäter beteiligt ist, einen Anteil an der Beute erhält und die übrigen Beteiligten zum Tatort fährt. Dass er selbst die Wohnung des Tatopfers nicht betritt und an den dort vorgenommenen Nötigungshandlungen nicht beteiligt ist, steht dem nicht entgegen.

(BGH, Beschluss vom 06.08.2019 - 3 StR 189/19)