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Verkehrsunfall im EU-Ausland

Verkehrsunfall im EU-Ausland

Bei einem Unfall im EU-Ausland stellen sich für den Betroffenen gleich mehrere Fragen: An welchem Gericht kann ich Klage erheben? Werden die Schäden nach deutschem Recht reguliert?

Möglichkeit am Wohnort zu klagen

Wer z.B. in Frankreich in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, muss den Unfallverursacher und dessen Versicherung nicht zwingend in Frankreich verklagen. Vielmehr eröffnet die Verordnung (EG) Nr. 44/2001 (EU-Verordnung über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (EuGVVO) die Möglichkeit direkt am Wohnort Klage zu erheben. Voraussetzung ist allerdings, dass der Sitz der Versicherung in der EU liegt. Ist dies der Fall, kann auch bei einem Unfall in einem Nicht EU-Land (z.B. Schweiz) direkt am Wohnort in Deutschland geklagt werden.

Anwendbarkeit ausländischen Rechts

Der Umstand, dass deutsche Gerichte für Unfälle im EU-Ausland örtlich zuständig sind, führt aber nicht automatisch dazu, dass auch deutsches Recht Anwendung findet. Auch deutsche Gerichte müssen gegebenenfalls zur Urteilsfindung das Recht eines fremden Staates anwenden. Je nach anwendbarem Recht ergeben sich große Unterschiede bei der Regulierung des Fahrzeugschadens oder von Personenschäden. Oftmals informieren sich Gerichte über den Inhalt ausländischen Rechts über das "Europäische Justizielle Netz für Zivil- und Handelssachen".

Wer unverschuldet oder nur teilweise verschuldet in einen Unfall im EU-Ausland verwickelt ist, hat folglich in vielen Fällen die Möglichkeit direkt am Wohnort zu klagen, was die Rechtsdurchsetzung erheblich erleichtert. Für weitergehende Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Welche Ansprüche Sie nach deutschem Recht bei einem Verkehrsunfall haben erfahren Sie hier.