Köln +49(0)221 94336530  | Düsseldorf +49(0)211 30132419

Ansprüche bei Verkehrsunfall

Ansprüche bei Verkehrsunfall

Unverschuldeter Verkehrsunfall – Welche Ansprüche können Sie geltend machen?

Auch der sorgfältigste Autofahrer kann in einen Verkehrsunfall verwickelt werden. Wer seine Rechte kennt ist klar im Vorteil. Es gilt der Grundsatz: der Geschädigte ist so zu stellen, wie er stünde, wenn sich der Verkehrsunfall nicht ereignet hätte.

War der Unfall auch bei Beachtung der größtmöglichen Sorgfalt nicht vermeidbar, ist der gesamte entstandene Schaden zu ersetzen. Vorab ist zu klären, ob wegen der Betriebsgefahr des Fahrzeugs oder wegen eines Mitverschuldens der Schaden nur teilweise zu ersetzen ist.

Folgende Schadensposten können geltend gemacht werden:

Sachverständigenkosten

Die Kosten des Gutachters sind eine ersatzfähige Schadensposition. Es bleibt Ihnen überlassen, welchen Sachverständigen Sie beauftragen. Insbesondere müssen Sie sich nicht auf den Sachverständigen der gegnerischen Versicherung verweisen lassen. In der Praxis ist die Einholung eines Gutachtens in der Regel unabdingbar, denn erst durch die Begutachtung kann festgestellt werden, wie hoch der Schaden an dem Fahrzeug ist bzw. wie hoch die Reparatur- bzw. Wiederbeschaffungskosten sein werden.

Reparaturkosten

Außerdem können Sie die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bzw. die tatsächlich angefallenen Reparaturkosten von der Gegenseite ersetzt verlangen. Die Mehrwertsteuer ist allerdings nur erstattungsfähig, wenn sie auch tatsächlich angefallen ist, d.h. das Fahrzeug auch repariert wurde. Ist dies nicht der Fall, können die Nettoreparaturkosten geltend gemacht werden.

Wiederbeschaffungswert (abzüglich Restwert)

Kommt es zu einem so genannten Totalschaden, kann der Geschädigte von der Gegenseite den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts verlangen.

Nutzungsausfallentschädigung

Für die Zeit, in der das Fahrzeug infolge des Unfalls nicht genutzt werden kann, besteht Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung. Diese umfasst zum einen weiterhin bestehenden Kosten, wie Kfz-Steuer und Kfz-Versichrung. Des Weiteren erhalten Sie bei Verzicht auf einen Mietwagen Geldersatz. Wie hoch der tatsächliche Betrag der Entschädigung ist, hängt von der Fahrzeugkategorie Ihres Kraftfahrzeugs ab. Für jede Kategorie (A – L) besteht ein bestimmter Tagessatz, der mit der Anzahl der Ausfalltage multipliziert wird. Dieser Betrag stellt die Nutzungsausfallentschädigung dar. Im Reparaturfall erfolgt die Erstattung für die Zeit der geschätzten Reparaturdauer. Bei einem Totalschaden ist die Wiederbeschaffungsdauer maßgeblich, also die Dauer, die benötig wird, um ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug zu finden und zu erwerben.

Alternativ sind Mietwagenkosten in Höhe eines vergleichbaren PKW-Modells zu erstatten.

Schmerzensgeld

Kommt es durch den Unfall zu Verletzungen, so haben Sie Anspruch auf Schmerzensgeld, dessen Höhe jeweils im Einzelfall individuell bestimmt wird. Bei dem oftmals auftretenden HWS Schleudertrauma sind in der Rechtsprechung je nach Verletzungsgrad Schmerzensgeldbeträge von 250,- € bis 5.000,- € anerkannt.

Heilbehandlungskosten

Entstehen Ihnen infolge der unfallbedingten Verletzungen Kosten aus einer Heilbehandlung, so sind auch diese von der Gegenseite zu erstatten. Hierunter fallen beispielsweise alle Kosten, die durch die erforderliche Inanspruchnahme von ärztlichen Behandlungen, ambulanten und stationären Krankenhausaufenthalten und den Erwerb von Arznei- und Hilfsmitteln entstehen sowie die Kosten für Kuren und Reha. Die Erforderlichkeit der Heilbehandlung ist zu bejahen, wenn die Heilbehandlung notwendig und zweckmäßig ist.

Verdienstausfall

Wenn Sie arbeitsunfähig erkranken, haben Sie gegen den Unfallverursacher von diesem Zeitpunkt an bis zu Ihrer vollständigen Genesung einen Anspruch auf die Erstattung des Verdienstausfalls. Dieser umfasst nicht allein das entgangene Einkommen, sondern jeden vermögenswerten Vorteil im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Verwertung der Arbeitskraft des Geschädigten. Hinsichtlich der Berechnung des Verdienstausfalls ist zu differenzieren, ob Sie angestellt oder selbstständig sind.

Als Angestellte oder Angestellter erhalten Sie in der Regel Lohnfortzahlung oder Krankengeld. Ihr Verdienstausfall besteht dann in der Differenz zu ihrem normalen Monatslohn. Da Sie jedoch im Laufe eines Jahres weitere Einkünfte erzielen, wie zum Beispiel Urlaubsgeld, wird üblicherweise der Durchschnitt Ihrer Einkünfte der zurückliegenden zwölf Monate als normaler Monatslohn der Berechnung des Verdienstausfalls zu Grunde gelegt. Zahlungen von Versicherungen müssen Sie sich allerdings anrechnen lassen. Der Ausfall von Einkünften, die nicht dem Entgeltfortzahlungsgesetz unterliegen, kann hingegen als Schaden geltend gemacht werden. Hierzu gehört z.B. bei Beschäftigten im Gastronomiegewerbe der Ausfall von Trinkgeldern.

Werden Sie auf Grund des Unfalls dauerhaft vollständig oder teilweise erwerbsunfähig, dann haben Sie gegen Ihren Unfallverursacher Anspruch auf eine monatlich zu zahlende Rente oder eine einmalige Abfindung.

Wenn Sie selbstständig tätig sind, müssen Sie genau darlegen, welcher konkrete Verdienstausfall durch den Unfall eingetreten ist. Zunächst muss die durch den Unfall entstandene Gewinnminderung festgestellt werden. Bei der Berechnung des Verdienstausfalls eines Selbstständigen sind noch weitere Faktoren wie entgangene Aufträge, Versicherungsleistungen oder andere Kosten mit einzubeziehen. Dazu ist an die Geschäftsentwicklung und -ergebnisse in den letzten Jahren vor dem Unfall anzuknüpfen, um auf den Gewinn zu schließen, den Sie ohne den Unfall voraussichtlich erzielt hätten.

Haushaltsführungsschaden

Haushaltsführungsschaden ist der Schaden, der dadurch entsteht, dass der Haushalt oder der der ganzen Familie nur noch teilweise oder gar nicht mehr geführt werden, also die Hausarbeit nicht mehr erledigt werden kann.

Sonstige Schadensposten

Weitere ersatzfähige Schadenspositionen sind z.B. An- und Abmeldekosten des Fahrzeugs, Fahrt- oder Taxikosten, Entsorgungskosten oder eine Unkostenpauschale.

Rechtsanwaltskosten

Wurde der Verkehrsunfall allein durch die Gegenseite verursacht, sind die Rechtsanwaltskosten in gesamter Höhe von dem Unfallgegner zu tragen.  Die Einschaltung eines Rechtsanwalts empfiehlt sich daher, da dieser sämtliche Ansprüche prüft, geltend gemacht und - soweit erforderlich - auch gerichtlich durchsetzt.  Auch sind viele Versicherungen oftmals erst bei anwaltlicher Vertretung zur Regulierung sämtlicher Schäden bereit.