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Unterhalt für Studenten

Unterhalt für Studenten

Unter welchen Voraussetzungen hat ein Student Anspruch auf Unterhalt?

Auch Studenten haben gegenüber ihren Eltern grundsätzlich einen Anspruch auf Unterhalt. Dazu müssen jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Um den Unterhalt von den Eltern verlangen zu können, muss der Student die durchschnittliche Studiendauer einhalten (z.B. OLG Karlsruhe, Urt. v. 24.02.2001 – Az.: 2 UF 45/09). Dabei ist zu beachten, dass die durchschnittliche Studiendauer nicht der Regelstudienzeit entspricht. Beispielsweise beträgt die durchschnittliche Studiendauer eines Jurastudenten 11 Semester, die Regelstudienzeit aber nur 9 Semester (OLG Schleswig, Beschluss v. 20.09.2002 – Az.: 13 WF 48/02).

Um die durchschnittliche Studiendauer im Einzelfall zu ermitteln, sind einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Auslandszeiten zählen zwar gesondert, rechtfertigen aber keine längere Studienzeit als 15 Semester, sofern ein einjähriger Auslandsaufenthalt vorgelegen hat (OLG Köln, Urt. v. 08.05.1998 – Az.: 4 UF 7/98). Ein Fachrichtungswechsel bis zum Ende des 2. oder 3. Semesters ist für den Unterhaltsanspruch des Studenten unerheblich, wenn er erkennt, dass die erste Wahl des Studienfachs keine gute Wahl war und in ein anderes Fach wechselt.

Weiterhin hat der Student nach dem Bachelor-Abschluss auch einen Anspruch auf Unterhalt für das Masterstudium, sofern sich dieses zügig anschließt (OLG Celle, Beschluss v. 02.02.2010, Az.: 15 WF 17/10). Eine nachfolgende Promotion müssen die Eltern aber nur zahlen, wenn der Doktor-Titel in dem konkreten Beruf üblich ist und das Kind ohne diesen Titel keine Chance im Beruf hat.

Schließlich lässt die Rechtsprechung in Ausnahmefällen eine unerhebliche Überschreitung der Regelstudienzeit zu, z.B. im Falle von Krankheiten. Folglich handelt es sich immer um eine Einzelfallentscheidung, wie lange der Unterhalt gezahlt werden muss. 

In welcher Höhe besteht ein Unterhaltsanspruch?

Der monatliche Bedarf für Studenten mit eigener Wohnung beträgt nach Ziffer 7 der Düsseldorfer Tabelle für das Jahr 2017 735 €.

Wohnt der Student dagegen noch bei den Eltern wird der Unterhaltsbedarf konkret auf Basis des zusammengerechneten Nettoeinkommens beider Elternteile ermittelt. Denn durch den Wohnvorteil, den das Kind genießt, reduziert sich der im Pauschalbedarf enthaltene Wohnbedarf. Berechnungsgrundlage ist dabei die Altersstufe 4 der Düsseldorfer Tabelle.

Grundsätzlich sollen Studenten ihren Lebensunterhalt mit der Unterstützung ihrer Eltern bestreiten. Ist dies nicht möglich, weil die Eltern nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen, stehen ihnen unter Umständen Leistung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) zu. Dazu müsste das addierte Einkommen verheirateter Eltern nach Abzug von Verbindlichkeiten und notwendiger Aufwendungen monatlich unter 1.715 € liegen (§ 25 BAföG). Übersteigt das Einkommen der Eltern jedoch diesen Richtwert, so erhält der Student kein BAföG und hat einen vollen Unterhaltsanspruch gegen die Eltern.

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Welche Kosten sind als Mehrbedarf zum Unterhalt zu rechnen?

Darüber hinaus entstehen dem Studenten Kosten, die nicht im monatlichen Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle enthalten sind. Hierzu zählen zum einen die Kosten der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (Ziffer 9 der Düsseldorfer Tabelle). Diese sind als Mehrbedarf zu rechnen und von den Eltern ab dem 25. Lebensjahr zusätzlich zum Grundunterhalt zu leisten. Ebenso verhält es sich mit den Studiengebühren. Sie müssen ebenfalls zusätzlich zum Unterhalt gezahlt werden.

Muss der Student gegenüber seinen unterhaltspflichtigen Eltern einen Nachweis erbringen?

Um Unterhalt von den Eltern verlangen zu können, muss der Student nachweisen, dass er das Studium zügig und zielorientiert betreibt. Dafür reicht in der Regel die Immatrikulationsbescheinigung für das jeweilige Semester. Das Vorzeigen einer solchen können die unterhaltpflichtigen Eltern dabei für jedes Semester verlangen.

Ein Anspruch auf einen Nachweis mit einzelnen Noten existiert hingegen nicht. Es muss aber nachgewiesen werden, dass das Studium ernsthaft und erfolgreich absolviert wird. Daher können Nachweise für bestimmte Studienabschnitte gefordert werden, wie etwa den Abschluss des Grundstudiums oder einer wesentlichen Zwischenprüfung.

Werden Eigeneinkünfte des Studenten auf den Unterhalt angerechnet?

Der Student ist grundsätzlich nicht dazu verpflichtet neben dem Studium eine entgeltliche Tätigkeit aufzunehmen. Denn bereits das Studium stellt eine Vollzeittätigkeit dar, sodass eine Nebentätigkeit die Gefahr der Verzögerung des erfolgreichen Abschlusses des Studiums mit sich bringt. Daher erfolgt eine Anrechnung eines Studenten- oder Nebenjobs, der nur gelegentlich ausgeübt wird, in der Regel nicht. Anders kann es sich jedoch bei dem Einkommen eines Werkstudenten oder der Vergütung für ein Praktikum verhalten, da diese Tätigkeiten regelmäßig ausgeübt werden. Diese Einkünfte können daher auf den Unterhaltsbedarf des Studenten, nach Abzug der berufsbedingten Aufwendungen, angerechnet werden.

Sie sind Student und möchten wissen ob Sie Anspruch auf Unterhalt haben oder wissen nicht, ob Sie als Elternteil Ihrem Kind Unterhalt zahlen müssen? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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